Ein Mädchen.

Ich habe mich schon immer gefragt, warum wir Menschen so sehr auf Aussehen achten.

Da bin ich fünf Jahre alt und werde damit konfrontiert, dass es wichtig ist als Mädchen ‘mädchenhaft’ auszusehen.

Damit sind Blümchen Kleider und langes Haar gemeint.

Ich soll mich wie ein Mädchen verhalten. Mit Puppen spielen und den Jungs hinterher rennen.

Ich soll anständig essen und gehoben reden, Klavier spielen und Ballett tanzen.

Ich bin ein Mädchen.

Ich bin ein Mädchen und ich habe als ich fünf war mit Autos gespielt.

Ich habe Judo gemacht, dann Leichtathletik, Fußball gespielt, gefochten und jetzt mach ich Karate.

Ich spiele Schlagzeug.

Ein zehnjähriges Mädchen, stand im Kleidergeschäft in der Jungenabteilung, weil sie nicht schlank genug war für die Mädchenoberteile.

Ein elfjähriges Mädchen hing mit den Jungs auf dem Pausenhof, weil sie nicht mädchenhaft genug war um mit den Mädchen zu spielen.

Ein zwölfjähriges Mädchen saß beim Kindergeburtstag alleine in einer Ecke und beobachtete wie die Mädels mit Barbie Puppen spielte.

Die Ken und Barbie Geschichte. Barbie war immer unfassbar dünn und trug Röcke.

Okay, okay, wenn es keine Rocke waren, dann waren es halt hautenge Oberteile.

Meistens bauchfrei.

13 Jahre alt war sie, als sich die Mädchen in ihrer Klasse anfingen zu schminken.

Mit 13 stieg sie in den Bus, als sie die Busfahrerin fragte ob sie ein Mädchen oder ein Junge sei.

14 Jahre alt, als man ihr sagte sie sei ja fast wie ein Junge.

Ein 14 jähriges Mädchen wechselte die Schule. Man beschimpfte sie als Mannweib.

Ein 14 jähriges Mädchen steckte sich in Mädchenklamotten in denen sie sich nicht wohl fühlte.

15. Es dauerte ein Jahr bis sie wieder nach den Jungen Pullis griff.

Sie waren so groß, weit und gemütlich.

Sie war 15 als sie sich von der Menschenmasse wandte.

Egal ob Mädchen oder Junge sie wollte sie selbst sein.

Mit 16 war sie so weit, als ein Junge sie fragte warum sie sich nicht schminken würde, jedes Mädchen würde es tun.

Das 16 jährige Mädchen schaute den Jungen an und sagte, „Weil ich nicht alle bin.“

Sie fing an zu verstehen, dass egal was man machte, war man einmal von der Gesellschaft in eine Schublade gesteckt worden so würde das für immer so bleiben.

Also fing sie an zu tun und lassen was sie wollte.

16 Jahre. Sie probierte sich aus. Was ihr gerade so passte. Was ihr gerade so gefiel.

17. Sie zog an was sie wollte. Schwarze Jungen Pullis. Schwarze Röhren-Jeans. Bald war sie ein „Emo“, wie man sie nannte.

Ein Emo mit kurzen Haaren.

Kurze Haare, Jungen Oberteile. Natürlich war es für die Gesellschaft selbstverständlich, dass sie dann auf Frauen stehen muss. Ein Mädchen und kurze Haare sind schließlich ein Grund dafür.

18 Jahre. Ein tief. Sie rutschte aus. Alles war zu anstrengend. Sie schlüpfte wieder in Jungenhosen, Jungen T-shirts und Jungen Pullis.

19. Langsam ging es Berg auf. Sie liebte es auf tumblr zu scrollen und sich Kleidungsstile anzuschauen. Sie probierte sich durch verschiedene Stile aus. Schaute was ihr gefiel, was nicht.

Hoch, runter, hoch, runter.

Jetzt ist sie 20, bald 21 und was aus ihr geworden ist:

Ein Mädchen was immer noch viel zu lernen hat, was aber versucht ihren Weg zu gehen.

 

~ made by ‘Yuki’

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